Kamera und Stativ – Freundschaft fürs Leben

Dass man für einen schönen ruckelfreien Film mit der Videokamera ein Stativ benötigt, das leuchtet vielen ein. Doch ein Stativ ist auch in der Fotografie oft unverzichtbar. Und das gilt nicht nur für Profifotografen, sondern auch für Hobby- und Amateurfotografen. In vielen Bereichen der Fotografie ist ein Stativ nicht nur nützlich, sondern sogar unersetzbar. Für was ein Stativ gebraucht wird, auf was es dabei ankommt und welches Stativ für dich genau richtig ist, erfährst du hier.

 

Wo findet ein Stativ Einsatz?

Fotografie bei schlechten Lichtverhältnissen

Immer wenn die Lichtverhältnisse schlecht sind und nur eine kleine Lichtquelle vorhanden ist, kann man sich mit einem Stativ helfen. Möchte man zum Beispiel ein Objekt mit geringem Abstand knipsen (Makrofotografie), so fällt auf dieses aufgrund der Nähe nur wenig Licht auf den Kamera-Sensor. Daher ist eine längere Belichtungszeit nötig. Damit das Foto am Ende auch wirklich gestochen scharf ist, muss die Kamera dafür auf einem festen Stativ stehen. Das gilt auch für Aufnahmen in der Dämmerung allgemein oder für Aufnahmen in eher dunklen Innenräumen.

 

Fotografie mit dem Teleobjektiv

Mit einem Teleobjektiv kommt man mit der Kamera oft ziemlich nah heran. Doch je größer der Zoom, desto empfindlicher ist das Bild. Schnell verwackelt das Bild und wird unscharf. Zwar kann man sich mit einer weiten Blendenöffnung dagegen helfen, jedoch kommt es dann zum Verlust einer schönen Tiefenschärfe. Mit einem Stativ ist es wesentlich einfach, das gewünschte Motiv anzuvisieren und auf den Auslöser zu drücken.

 

Fotografie mit Langzeitbelichtung

Mit der Langzeitbelichtung lässt sich wunderbar spielen. So lassen sich damit beispielsweise wunderbare Cartrails erzeugen. Dazu muss die Kamera absolut ruckelfrei über einige Sekunden auf einem Stativ stehen, bevor man eine besonders hohe Belichtungsrate einstellt und auf den Auslöser drückt. Es entstehen gigantische Farbspiele aus den Vorder- und Rückleuchten der vorbeirasenden Autos. Auch Sterne lassen sich so fotografieren. Belichtet man ganz besonders lange, so sieht man auf dem Foto später die Leuchtstreifen der Sterne, die durch die Rotation unserer Erdkugel entstehen. Man spricht von Startrails. So etwas ist und mit einem Stativ möglich.

 

Fotografie von Gruppen

Wenn es darum geht, ein schönes Familienbild zu knipsen, ist ein Stativ ebenfalls unverzichtbar. Mit ihm lässt sich das Bild so einstellen, dass das Foto auch wirklich gerade aufgenommen wird. Dank eines Stativs gelingt es sogar, selbst mit auf das Familienbild zu kommen. Per Voreinstellungen und der Aktivierung des Selbstauslösers.

 

Welche Arten von Stativen gibt es?

Stativ ist nicht gleich Stativ. Man unterscheidet mehrere Arten. Die häufigsten sind daher hier aufgelistet und beschrieben.

Drei-Bein-Stativ

Am häufigsten nutzen Profi- und Hobbyfotografen sogenannte „Drei-Bein-Stative“. Wie der Name bereits verrät, verfügen sie über drei Beine und sorgen damit für besonders große Stabilität. Meist können die Stativbeine je nach benötigter Höhe aus- oder eingefahren werden – das ermöglicht ein angenehmes Fotografieren im Stehen, ohne dass man sich dabei verrenken muss. Besonders beliebt sind die Stative für Portrait-, Studio-, Landschafts-, und Architekturfotografie. Der Nachteil ist, dass Drei-Bein-Stative oft etwas schwerer sind und einiges an Platz brauchen.

 

Mini-Stative

Im Gegensatz zu den großen Drei-Bein-Stative sind Mini-Stative, wie der Name schon sagt, besonders klein und handlich. Sie passen in jede handelsübliche Kameratasche und können daher ganz problemlos überall mit hingenommen werden. Gerade für Reisen sind sie daher praktisch. Mini-Stative gibt es in vielen verschiedenen Ausführungen und Preisklasse. Begonnen von den einfachen Stativen, die über drei biegbare Beine verfügen, bis hin zu Mini-Stativen, deren Beine ausgefahren werden können. Mit den Mini-Stativen kann die Fotografie schnell zu einer Gymnastikübung werden, denn die meisten ihrer Art erreichen gerade einmal eine Höhe von etwa 30 Zentimetern. Gerade für Systemkamerabesitzer, die auch die Videofunktion gerne einmal anwenden, kann ein solches Stativ dahingegen wieder praktisch sein. Mit dem Stativ in der Hand lassen sich kleine „Kamerafahrten“ stabiler aufnehmen.

 

Ein-Bein-Stativ

Das Ein-Bein-Stativ ist die kleine Schwester vom Drei-Bein-Stativ. Es ist leichter zu verstauen, dafür aber auch lange nicht so stabil wie ein Stativ mit drei Beinen. Ein-Bein-Stative werden häufig von fortgeschrittenen Fotografen benutzt und gerne in der Sportfotografie genutzt. Im Gegensatz zu einem normalen Stativ, ist das Ein-Bein-Stativ schnell einsatzbereit. Das Bein stützt die Kamera und der Fotograf kann sich damit leicht drehen und bewegen, während er ein Objekt verfolgt oder ein neues Objekt sucht.

 

Welche Arten von Stativköpfen gibt es?

Das wichtigste an jedem Stativ ist der Kopf. Je nach Einsatzbereich gibt es verschiedene Arten – sie wirken sich auch am meisten auf den Preis aus.

Kugelkopf

Kugelköpfe sind die wohl schnellsten Vertreter unter den Stativköpfen. Mit ihnen lässt sich die Position der Kamera schnell und leicht in alle möglichen Richtungen verändern. Eine Feststellschraube sorgt dann dafür, dass die Kamera an der entsprechenden Position bleibt. Mit Kugelköpfen lassen sich besonders geschmeidige Schwenks machen. Daher sind sie im Filmbereich sehr beliebt. Eingesetzt werden die Köpfe oft in der Portraitfotografie. Für Landschaftsaufnahmen – gerade im Telebereich – sind sie eher ungeeignet. Bis die Kamera perfekt auf das gewünschte Objekt ausgereichtet ist, benötigt es einiges an Geduld.

 

2 bzw. 3-Wege Neiger

3-Neiger-Köpfe sind die am meisten verbauten Stativköpfe. Damit kann die Kamera sowohl im Quer- als auch im Hochformat gedreht und geschwenkt werden. Die Köpfe finden in eigentlich allen Bereichen der Fotografie ihren Einsatz. Da die Achsen jedoch getrennt voneinander eingestellt werden müssen, sind sie nicht die schnellsten. 2-Weg-Neiger werden hauptsächlich für reine Videoköpfe genutzt, in der Fotografie finden sie nur selten Verwendung, da man mit ihnen die Kamera nicht ins Hochformat neigen kann.

 

Panoramakopf

Ein Panoramakopf lässt sich um 360 Grad drehen. Er wird daher – wie der Name bereits sagt – für Panoramafotografie eingesetzt. Panoramafotos können so problemlos erstellt werden. Der Kopf kommt eher im Bereich der professionellen Fotografie zum Einsatz.

 

Kriterien auf die man beim Kauf eines Stativs achten sollte

Stative gibt es in unendlich vielen Ausführungen und Preisklassen. Nicht jede Art von Stativ passt allerdings zu jeder Kamera und andersherum. Damit das richtige Stativ gefunden werden kann, müssen einige Kriterien beachtet werden.

 

Gewicht

Natürlich ist es einfacher ein leichtes Stativ mit auf Fototour zu nehmen, als ein schweres. Jedoch muss man bedenken, dass ein Stativ umso stabiler ist, je schwerer es ist. Da bringt das leichteste und teuerste Stativ nichts, wenn ein Fotografieren ohne Verwackeln am Ende nicht möglich ist. Jedes Stativ ist zudem für eine bestimmte Gewichtsklasse an Kameras gebaut worden. Daher ist es besonders wichtig vorher abzugleichen, ob das Stativ zu der genutzten Kamera passt.

 

Größe & Höhe

Stimmt die Höhe des Stativs nicht, kommt es schnell zu Rückenschmerzen. Ein Stativ sollte soweit ausgefahren werden können, dass du beim Arbeiten normal aufrecht stehen kannst. Möchtest du nur Makroaufnahmen von Insekten und anderen Tierchen aufnehmen, oder ohnehin nur Bilder aus der Froschperspektive knipsen, reicht ein kleines Mini-Stativ vollkommen aus.

 

Qualität

Es ist wie fast immer: Ein hoher Preis ist oft ein Indiz für gute Qualität. Ein Stativ sollte stabil stehen und lange halten. Nichts ist ärgerlich, als ein Stativ, dass nach einigen Wochen bereits kaputt gegangen ist. Es lohnt sich vorher bei befreundeten Fotografen herumzufragen oder Kundenbewertungen im Internet zu lesen.

 

Handhabung

Ein Stativ sollte leicht zu handhaben sein und über möglichst viele Einstellmöglichkeiten verfügen. Besonders wichtig ist dabei der Stativkopf. Dies kann sowohl ein Drei-Weg-Neiger als auch ein Kugelkopf (siehe oben) sein. Mit dem Neigerkopf kann die Kamera exakt ausgerichtet werden, mit einem Kugelkopf kann die Position ohne große Probleme schnell verändert werden.

 

Mittelsäule

Viele Stative verfügen über eine sogenannte Mittelsäule. Die Stative lassen sich oft nicht ganz so weit ausfahren und gleichen das durch diese Säule aus. Sie kann herausgezogen werden. Das klingt verlockend, ist aber nicht unbedingt ratsam. Denn mit der herausgezogenen Mittelsäule wird die ganze Konstruktion sehr instabil. Es ist also ratsam drauf zu achten, dass sich das Stativ ohne den Einsatz einer solchen Säule weit – im Idealfall bis auf Augenhöhe – ausfahren lässt.

 

Fazit

Wer einmal mit einem Stativ arbeitet, wird es anschließend nicht mehr missen wollen. Ganz nach eigenem Geschmack, dem Einsatzbereich und dem Budget gibt es für alle Bedürfnisse das passende. Es lohnt, sich vorher Gedanken darüber zu machen, für was das Stativ hauptsächlich eingesetzt werden soll und Preise zu vergleichen. Dennoch sollte nicht gesparrt werden. Wer schon viel Geld für eine gute Kamera investiert hat, der sollte auch den ein oder anderen Euro für ein gutest Stativ in die Hand nehmen.

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